PA Governance Framework

Evidenzgestütztes Implementierungsmodell für Physician Assistants

Methodik

Evidenzsystem & Berechnungslogik

Drei Evidenzstufen klassifizieren jeden Eingabewert und jedes Ergebnis. So bleibt erkennbar, was rechtlich gestützt, was empirisch und was lokale Annahme ist.

Leitsatz: Die Berechnung zeigt nicht, dass ein PA-Einsatz automatisch wirtschaftlich ist. Sie zeigt, unter welchen lokalen Annahmen ein PA-Einsatz wirtschaftlich, organisatorisch und versorgungsbezogen plausibel werden kann.

E1Rechtlich / berufsfachlich

BÄK PA-Profil, Anlage 24 BMV-Ä. Delegationsgrundlagen und nicht-delegierbare Leistungen.

E2Empirisch / studiengestützt

Bertelsmann Stiftung (Innovationspraxen) und van den Brink et al. (39 Studien). Modellrahmen, nicht allgemeingültig.

E3Lokale Controllingannahme

Arzt-Stundensatz, PA-Vollkosten, OP-Minutenwert, MD-Erlössicherung, Overstay-Kosten, Akutslot-DB. Lokal zu validieren.

Berechnungslogik – Klinik

  • Stationsprozesse: Min/Patient × Patienten/Tag × Arbeitstage × PA-Anteil → entlastete Arztstunden × Stundensatz.
  • Dokumentation: Min/Fall × Fälle/Tag × Arbeitstage × PA-Anteil.
  • OP-Assistenz: OP-Minuten/Jahr × PA-Anteil × OP-Minutenwert.
  • Überstunden: Vermiedene Überstunden × Stundensatz × Zuschlagsfaktor.
  • MD-Erlössicherung, Overstay-Kosten: lokale E3-Annahmen.
  • Break-even: PA-Vollkosten ÷ Bruttoeffekt × 12 (Monate).

Berechnungslogik – Praxis / MVZ

  • DMP: Min/Patient × Patienten/Quartal × 4 × PA-Anteil.
  • Hausbesuche: Besuche × Min × Wochen × PA-Anteil.
  • Verwaltung, Diagnostik: Stunden/Woche × Wochen × PA-Anteil.
  • Akutslots: Slots × Deckungsbeitrag × Wochen (E3).
  • Lebens-/Versorgungsqualität: qualitativ, nicht monetär.

Methodik der Berechnung

Evidenz-Legende
E1rechtlich/berufsfachlich gestützt
E2empirisch/evidenzgestützt
E3lokale Annahme/Controllingwert

Versionshistorie

Aktuelle Modellversion: 1.0 · Quellenstand: 2026-06-05 · Letzte fachliche Prüfung:
  1. Version 1.02026-06-04
    • Getrenntes Klinik- und Praxismodell
    • Evidenzstufen E1 / E2 / E3 ausgewiesen
    • PDF-Report inkl. Methodik, Quellen und Pflichthinweisen
    • Lokale Szenarien (Speichern, Vergleich, Sensitivität)
    • Plan-Ist-Abgleich (Soll/Ist mit Ampelbewertung)
    • Tätigkeitsprofil, Delegationsmatrix, Qualitäts- und Patientensicherheitsindikatoren
    • Plausibilitätsprüfung mit Schwellenwerten (Supervision, Stundensatz, PA-Kosten, E3-Anteil, Break-even)

Quellen

  • E1
    Physician Assistant – Ein akademischer Gesundheitsberuf
    Bundesärztekammer (BÄK) · 2025
    Beweist keine konkrete wirtschaftliche Refinanzierung, keine KV-/EBM-Abrechenbarkeit und keine arbeitsrechtliche oder haftungsrechtliche Einzelfallzulässigkeit. Höchstpersönliche ärztliche Leistungen bleiben nicht delegierbar.
    Quelle ↗
  • E1
    Anlage 24 BMV-Ä – Delegationsfähige Leistungen
    KBV / GKV-Spitzenverband · Stand: 01.01.2026
    Beweist nicht, dass eine delegierte Leistung automatisch wirtschaftlich oder gegenüber KV/MD abrechenbar ist. Nicht delegierbar bleiben: Anamnese, Indikationsstellung, Untersuchung (inkl. invasiver Diagnostik), Diagnosestellung, Aufklärung, Beratung, Therapieentscheidung, invasive Therapien und operative Eingriffe.
    Quelle ↗
  • E2
    Potenzialanalyse Delegation im Praxisteam
    Bertelsmann Stiftung · 2026
    Beweist keine allgemeingültige Übertragbarkeit auf jede Einzelpraxis und keine automatische Refinanzierung. Werte stammen aus Innovationspraxen unter besonderen Bedingungen.
    Quelle ↗
  • E2
    Cost-effectiveness of physician assistants – a systematic review (39 Studien)
    van den Brink et al. · 2021
    Beweist keine Übertragbarkeit auf EBM/DRG/KV-/Klinikcontrolling in Deutschland. 29 von 39 Studien zeigen niedrigere Arbeits-/Ressourcenkosten – das ist kein automatischer Erlöseffekt.
    Quelle ↗
  • E3
    Lokale Controllingannahme
    Eigene Eingabe
    Beweist gar nichts ohne lokale Validierung. Wert ist mit Personalcontrolling, Erlöscontrolling und lokalen Tarif-/KV-Daten zu prüfen.

Zweckbestimmung: Dieses Tool dient der orientierenden betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und versorgungsbezogenen Modellierung eines möglichen PA-Einsatzes. Es trifft keine Aussage zur individuellen rechtlichen Zulässigkeit einzelner Tätigkeiten, zur Abrechenbarkeit, zur medizinischen Indikation oder zur klinischen Entscheidungsfindung.

Kein Medizinprodukt: Dieses Tool ist kein Medizinprodukt und dient nicht der Diagnose, Therapieentscheidung, Indikationsstellung, Patientensteuerung oder individuellen klinischen Entscheidungsunterstützung. Es modelliert ausschließlich organisatorische, wirtschaftliche und delegationsbezogene Annahmen für Arbeitgeber.

Nicht geeignet für: individuelle Patientenentscheidungen, Diagnostik, Therapieplanung, medizinische Triage, Personalbedarfsberechnung im engeren arbeitsrechtlichen Sinn, verbindliche Abrechnungsprüfung, Rechtsberatung, Ersatz einer Controllingprüfung, Ersatz einer Tätigkeitsanalyse vor Ort.

Datenschutz / Speicherung: Gespeicherte Szenarien werden ausschließlich lokal im Browser gespeichert. Es werden keine Patientendaten abgefragt und keine Szenariodaten serverseitig gespeichert. Beim Löschen des Browser-Speichers gehen gespeicherte Szenarien verloren.

Limitationen: Orientierendes Entscheidungs- und Diskussionsmodell. Es ersetzt keine individuelle betriebswirtschaftliche Prüfung durch Personal- und Erlöscontrolling. Annahmen sind lokal zu validieren.

E2-Werte aus Bertelsmann und van den Brink et al. sind modell- bzw. studienbezogen; van den Brink ist international und nicht automatisch auf EBM/DRG/KV-Controlling übertragbar.